II.04: Netzwerke und Abhängigkeiten der Juden in Aschkenas vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen: Wiederaufbau, Judenschuldentilgungen und Vertreibungen (1350-1519)

Erster Bearbeitungszeitraum (abgeschlossen)

Netzwerke und Abhängigkeiten der Juden im Reich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts

Projektleitung: Prof. Dr. Alfred Haverkamp, Trier
Bearbeiter: Dr. phil. habil. Gerd Mentgen, Trier

In der Zeit zwischen den sogenannten Rintfleisch-Verfolgungen von 1298 und den Pogromen um die Mitte des 14. Jahrhunderts erreichte die Zahl der im Reichsgebiet lebenden Juden im Mittelalter ihren Höhepunkt. Ein relativ dichtes Netz jüdischer Gemeinden spannte sich über einen Großteil der deutschen Lande. Angesichts hoher Verfolgungsgefahr, verstärkter kirchlicher Agitation gegen die von vielen Juden ausgeübten Geldleihgeschäfte und eines von Kaiser Ludwig dem Bayern intensivierten herrschaftlichen Zugriffs auf die jüdischen "Kammerknechte" wurde der Rückhalt der Juden an gemeindlichen, ökonomischen, familiären oder sonstigen Beziehungsgeflechten besonders wichtig.

Das Teilprojekt untersucht diese Strukturen und darüber hinaus ihre Anbindung an weltliche und geistliche Herrschaftsträger und die Netzwerke und Gruppierungen auf christlicher Seite, woraus sich für die Juden Möglichkeiten und Herausforderungen, aber potentiell auch schwere innere Konflikte ergeben konnten.

Für die Zeit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bot sich aufgrund der einzigartigen Überlieferungsdichte der Südosten des Reiches mit der hervorragend dokumentierten Judengemeinde Cividale als Projektfokus an.

Ein weiterer Aufsatz aus dem Teilprojekt beschäftigt sich mit der für die Untersuchung von Netzwerken in bezug auf Gläubiger-Schuldner-Beziehungen höchst aufschlussreichen Thematik des Einlagers der Schuldbürgen.



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