X.I.05: Kreditvergabe im 19. Jahrhundert: zwischen privaten Netzwerken und institutionalisierter Geldleihe

Projektbeschreibung

(Projektleiterin: Prof. Dr. Gabriele Clemens)

Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, die Kreditvergabe in privaten Netzwerken im 19. Jahrhundert anhand der überlieferten Notariatsakten zu analysieren. Während über die Entwicklung des Bankenwesens Standardwerke vorliegen, bleibt der privat organisierte Kredit bislang ein dringend zu behebendes Forschungsdesiderat, was sich durchaus nicht mit Quellen- oder Materialmangel erklären läßt. Eine französische mikrohistorische Pilotstudie von Gilles Postel-Vinay (La terre et l'argent, 1997) hat auf dieser Quellenbasis eindrucksvoll gezeigt, wie die Kreditbeziehungen im Agrarsektor geregelt waren. Analysiert werden im Projekt die Notariatsakten der Städte Merzig und Bernkastel. Anhand von Obligationen und Nachlaßinventaren werden Daten zu Gläubigern und Schuldnern, Wohnorten und Berufen, Kreditsummen und Kreditverträge erhoben, um so die soziale Praxis des Kredits zu erfassen.

Amts- und Wohnhaus Notar Marx:



Obligation Braun (Metz, 1818):



Fertig, Postel-Vinay, Clemens auf der Kreditwesen-Tagung am 02.12.2006: